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11.07.2006, 11:38

Legolandfinale

Berlin, 9.7.2006, 110. Minute

23.05.2006, 08:51

Der Feind eröffnet eine neue Front

"Nienstädt'er Imbiss"

gesehen in Nienstädt, Kreis Schaumburg

11.01.2006, 11:30

Ich steh bald vor eurer Tür

Ich hatte DSL. Dann bin ich umgezogen. Es stellt sich heraus, dass DSL da, wo ich jetzt wohne, nicht verfügbar ist, mein Provider 1&1 klärt mich brieflich darüber auf und schlägt mir vor, einen der ISDN-Surftarife zu nutzen. Ich rufe da an, 12 Cent pro Minute, eine zufriedenstellend kompetente Dame will mir Infomaterialien zu den verschiedenen ISDN-Angeboten zuschicken, nein, für die Kündigung meines DSL-Vertrages sei sie nicht zuständig, gibt mir aber die Telefonnummer. Ich rufe da an, eine Frauenstimme erklärt mir, dass mich alles, was nach dem Signalton gesprochen wird, 99 Cent pro Minute kosten wird. Da steigt schon was in mir hoch. Kurzes Tuten, dann eine andere Automatikfrau, der ich einige Fragen beantworten muss, was ich mit genervter Stimme tue. Als ich bei der letzten Frage aus den Optionen 'Rechnungen', 'Kündigung' und 'andere Vertragsfragen' die Antwort 'Kündigung' wähle, weist mich die coole Frauenstimme daraufhin, dass Kündigungen nur online angenommen würden und wünscht mir einen schönen Abend. 3 Euro sind wohl schon verpulvert, ich bin sehr aufgebracht, versuche es aber nochmal. Durch die Antwort 'andere Vertragsfragen' gelange ich tatsächlich an eine Realperson, weiblich, osteuropäischer Akzent. Nachdem ich ihr kurz und bestimmt mein Anliegen erläutert habe - sofortige vorzeitige Aufhebung des Vertrages, weil 1&1 seine Vertragspflicht nicht erfüllen kann - bittet sie mich, kurz zu warten, sie werde sich darum kümmern. Etwa fünf Minuten höre ich nun Musik, jede Minute kostet 99 Cent, dann ist es still. Nichts passiert. Ich bin unglaublich sauer, aber nachdem ich tief durchgeatmet habe, starte ich einen neuen Versuch. Ich lasse nochmal die beiden Frauen über mich ergehen, die zweite versteht mich bei der letzten Frage falsch und schmeißt mich aus der Leitung. Ich schreie so laut "Aaaaah", dass von oben gefragt wird, ob alles in Ordnung sei. NICHTS ist in Ordnung.
Nochmal. Diesesmal ist eine junge Ostdeutsche dran, von der ich zuallererst verlange, sie solle mich zurückrufen. Geht nicht, sagt sie, die Apparate sind für Gespräche nach draußen gesperrt. Wenn ich ein Mann wäre, würde ich jetzt nach Montabaur fahren und da eine Straftat begehen. Doch wieder stecke ich zurück, wieder schildere ich meine Situation und formuliere meine Forderungen. Sie könne da nichts machen, so die Inkompetente, ihres Wissens seien meine Gründe für eine vorzeitige Auflösung des Vertrages nicht ausreichend, aber ich könne es ja versuchen. Wieso, frage ich sie, können Sie da nichts machen, wer, bitte, soll denn da sonst was machen, wenn nicht sie? Jetzt schüchtere ich schon schüchterne Hotlinemädchen telefonisch ein, das habt ihr aus mir gemacht, T-Com, 1&1, die ganze Telekommunikationsmafia. Ich drohe mit dem Anwalt, aber das ist ihr natürlich egal. Ich lasse mir ihren Namen geben, ich solle jetzt mal nicht laut werden, traut sie sich einzuwenden, ich bin so laut wie schon am Anfang des Gesprächs, entgegne ich und lege auf.

03.10.2005, 11:28

Deutsche einheitlich breit ...

.. stand auf der C90-Kassette, die ein Freund während unserer Einheitsfeierlichkeiten im Keller des Hauses seiner Mutter aufgezeichnet hatte. Eine eilends zusammengestellte Rockkombo, deren Bassist ich war, spielte eine nur aus Variationen der ersten Hälfte des Strophenthemas bestehende und entsprechend jämmerliche Version der Nationalhymne. Danach flüchteten wir uns vermutlich in die übliche Bluessession.
Gegen Ende der Kassette ist die pathetische Radioübertragung des Einheitsaktes am Brandenburger Tor zu hören.

Am 6. Oktober wollten sich der obige Freund und ich selbst ein Bild von den neuen Ländern machen und fuhren mit meinem schwarzmatten Audi 80 Baujahr 1975 Richtung Magdeburg. Wir verließen kurz vor der Ex-Grenze die A 2, passierten Helmstedt und begaben uns über eine nagelneue Kreisstraße nach Sachsen-Anhalt, wo uns eine Kopfsteinpflasterpiste mit hohem Verkehrsberuhigungspotenzial in einer Parallelwelt begrüßte. Wir durchquerten nun einige einander ähnelnde Ortschaften, viele davon endeten mit -leben, und ihre Straßen waren von grauen, unverputzten Schlichtbauten gesäumt. Auf den Straßen und Gehwegen waren - zu Fuß, auf Fahrrädern oder altertümlichen Mopeds - die Ureinwohner dieses fremden Landes zu sehen, die wiederum uns - junge langhaarige Wessis in einem seltsamen Auto - argwöhnisch zu beobachten schienen. In Magdeburg, eine Stadt, die noch zwei Jahre zuvor Lichtjahre entfernt schien, war es dann schon fast langweilig beerdefiziert, man hatte sogar die Parkautomaten aus dem Westen importiert, und an der Elbe sahen wir einen Pizzawagen, der jahrelang vor der hannoverschen Conrad-Filiale gestanden hatte.
Ein Hauch von Abenteuer dann wenigstens noch auf der Rückfahrt, als wir uns nordwestlich von Magdeburg wegen der katastrophalen Beschilderung verfranzten und uns von erfreuten Ex-DDR-Bürgern ("Wir waren auch schon in Wolfsburg") den Weg weisen ließen. Kurz darauf kamen wir an eine wiederum unbeschilderte Kreuzung, am Straßenrand standen schon mehrere Westautos, deren Fahrer über ihren Straßenatlanten lehnten.

Danach sind wir quasi wieder in die 80er zurückgefahren, oder wie immer man das ausdrücken will. Denn: was hat sich für uns im Westen eigentlich geändert, damals? So gut wie nichts.

03.10.2005, 09:24

Letzte Woche

Samstag, 24.9. Arbeitseinsatz im Kindergarten, überkopf Gründerzeitdecken weiß rollen, zweieinhalb Stunden konsequent durchgerockt, pünktlich halb eins nach Haus, beim Einparken die Interessenten noch mit Maklerin vor dem Haus stehen sehen. Oben die Info: Interesse hält an, auch zu unserem Preis, erstmal verdrängt. Sonntag abend Anruf der Maklerin, man will kaufen, und zwar zum 1.12. Weinen oder lachen? Immobilienscout24 gewälzt, Mietwohnungen, nur Schrott in unserer Preislage, Angst vor Obdachlosigkeit. Montag: Notartermin ist am Donnerstag, Käufer sind bezüglich Übergabetermin nicht kompromissbereit, am späten Nachmittag spontane Besichtigung einer 5-Zimmer-Wohnung, sehr angetan, Preis im Rahmen. Verhaltene Euphorie. Im Internet sonst nur Klitschen oder zu teuer, kaufen nicht möglich: bin Freiberufler. Donnerstag morgen beim Notar: trockene Tücher, Beschluss, das jetzt gut und richtig zu finden. Gedanken kreisen um die favorisierte Wohnung, machen weiteren Besichtigungstermin am Samstag fest, hinterlassen unsere Telefonnummer nicht. Samstag, 15 Uhr: plötzlich Panik, Wohnung steht nicht mehr im Internet, bestimmt schon vergeben, fahren hin, bereit zu resignieren. Vermieter steht wie vereinbart bereit. Sitzen um 17.30 Uhr beim Vermieterehepaar zu Haus und unterschreiben einen Mietvertrag zum 1.11. Sind per du.

16.09.2005, 11:11

Besser: Fotzen-Fritz

In die Tonne mit Kirchhof, die Deutschen wollen Friedrich Merz als Finanzminister haben, the man with a red tube through his head.

cdu-kompetenzteamVorausschauend also, dass der Professor aus Heidelberg auf nebenstehendem Abbild kompetenter Menschen (Quelle: CDU-Website) so außenseiterhaft platziert worden ist, dass er bequem per Photoshop durch Finger-Fritze ersetzt werden kann. Der ist zwar kleiner als Kirchhof, aber vielleicht könnte er seinen Kopf zwischen die grauhaarige Frau und Günther Becksteins Segelohr quetschen. Oder einfach auf Schäuibles Schoß Platz nehmen.
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